Monomythos der Heldenreise

Der Ablauf der Heldenreise entspringt aus dem Monomythos, dem Bereich Mythen.

Joseph Campbell (26.3.1904 - 30.10. 1987) , der amerikanische Professor und Mythenforscher, entdeckte, dass die Helden in Mythen, Filmen und Romanen ganz bestimmte Situationen durchlaufen. Diese archetypische Grundstruktur wird in der Heldenreise als Monomythos bezeichnet. Allen erfolgreichen Geschichten wie auch der Heldenreise liegt diese mythische Struktur zugrunde.

 

In dem bekannten Buch über Mythologie "Der Heros in tausend Gestalten" von Campbell wird das Motiv der Heldenreise beschrieben.

 


Das Abenteuer des Helden nach Joseph Campbell

 

  1. Der Ruf des Abenteuers: Der Protagonist erfährt einen Mangel oder plötzlich erscheint ihm eine Aufgabe.
  2. Weigerung: Er zögert, dem Ruf zu folgen, da er die gewohnte Sicherheit aufgeben müsste.
  3. Aufbruch: Er überwindet sein Zögern und macht sich auf die Reise. Mit diesem Aufbruch spricht man vom Held.
  4. Übernatürliche Hilfe: Der Held trifft unerwartet auf einen oder mehrere Mentoren und erhält Unterstützung.
  5. Überschreiten der Schwelle: Eintritt in eine unbekannte Welt. Ein Zurück ist nicht mehr möglich.
  6. Weg der Prüfungen: Es treten erste Hindernisse/Probleme auf. Der Held scheitert oft erst einmal, aber er geht seinen Weg weiter. Fortschreitende Probleme und Prüfungen, die immer schwerer werden, stehen an.
  7. Höchste Prüfung: Es steht die höchste Prüfungen an. Wie zum Beispiel ein Kampf mit dem Drachen, der sich als Kampf gegen die eigenen inneren Widerstände und Illusionen erweisen kann.
  8. Initiation und Transformation des Helden: Er besteht die höchste Prüfung und erhält eine Belohnung bzw. raubt einen Schatz (das Elixier, so Campbell), der die Welt des Alltags, aus der der Held aufgebrochen ist, retten kann. Dieser Schatz besteht meist in einer inneren Erfahrung, die durch einen Gegenstand symbolisiert wird. 
  9. Verweigerung der Rückkehr: Der Held zögert in die Welt des Alltags zurückzukehren.
  10. Verlassen der Unterwelt: Der Held wird durch innere Beweggründe oder äußeren Zwang zur Rückkehr bewegt.
  11. Rückkehr über die Schwelle: Der Held überschreitet die Schwelle zur Alltagswelt, aus der er aufgebrochen war. Er trifft auf Unglauben oder Unverständnis und muss das auf der Heldenreise Gefundene oder Errungene in das Alltagsleben integrieren.
  12. Herr der zwei Welten: Der Held vereint Alltagsleben mit dem neu gefundenen Wissen und lässt somit die Gesellschaft an seiner Entdeckung teilhaben.